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Auf Bücherjagd - Die Klasse BKWI2 zu Besuch in der Stadt- und Landes-bibliothek Stuttgart

In ihrem zweiten Jahr an der Albert-Schäffle-Schule erwartet die Klasse BKWI ein neues Fach: Projektarbeit. Ziel dieses Faches ist es, die BKWI2-Schüler auf ein mögliches Studium an der Fachhochschule adäquat vorzubereiten. Dazu lernen die Schüler die wichtigsten wissenschaftlichen Arbeitstechniken, untersuchen selbständig ein anspruchsvolles Thema und verfassen darüber eine umfangreiche Facharbeit mit wissenschaftlichem Anspruch. Diese Projektarbeit präsentieren sie vor der Klasse. 

Voraussetzung dafür ist genügend gute Literatur. Und wo fände man diese besser als an einem Ort, der für manch einen Schüler noch unbekannt und mysteriös ist? Der Bibliothek. Deshalb machte sich die BKWI2-Klasse mit ihrem Lehrer Herrn Nagler am 22.11.2021 auf nach Stuttgart. Ziel der gemeinsamen Exkursion waren die dortige Stadt- und die Landesbibliothek - zwei spektakuläre Büchertempel.

In der Landesbibliothek waren die jungen Projektarbeiter vor allem beeindruckt von der vollkommenen Ruhe und Konzentration der Lesesaal-Besucher, zwischen denen man eine Stecknadel hätte fallen hören. „Da drinnen spricht einfach mal niemand. Was passiert wohl, wenn man sich räuspert? Fliegt man direkt raus oder belassen es die anderen Besucher bei einer Ermahnung?“, fragte Apollonia Ballhaus ihre Klassenkameraden. Pure Unterstellung wäre es natürlich zu behaupten, dass der Kontrast nicht hätte größer sein können zur Atmosphäre im Klassenzimmer und zum privaten Arbeitszimmer manch eines Schülers.

Ebenso wie bei der Landesbibliothek war Dean Glöckner auch vor der Stuttgarter Stadtbibliothek von „deren gigantischer Größe“ beeindruckt. Die Besonderheiten ihrer Architektur und Ausstattung wurden Dean und seinen Klassenkameraden per Audioguide nähergebracht. Von außen erinnerte die Stadtbibliothek manch Einen noch „an ein Büchergefängnis“. Aber bei genauerem Hinsehen bemerkte Yehea Khader, dass die Gefängnisfassade mit verschiedensprachigen Inschriften verziert war, die sich allesamt als das Wort „Bibliothek“ entpuppten. Innen öffnete sich den Schülern dann ein trichterförmiger Bibliothekssaal, dessen dominierende weiße Grundfarbe alle Blicke unweigerlich auf seine tausenden farbigen Bücher lenkte. Die Auswahl an Medien schien unendlich. Sogar eine Sammlung an Wandbildern war ausleihbar - so groß, dass sie wohl jedem Besucher ermöglicht, sich bei seiner ersten Hausparty im Post-Corona-Zeitalter als besonders kultiviert zu inszenieren. 

Nicht minder interssant war die hochmoderne Ausstattung mit ausleihbaren Laptops, einem Tonstudio, schalldichten Gruppenarbeitsräumen und einem stillen Klavier. Als Blickfang entpuppte sich die „Bücherachterbahn“, wie sie Simon Braun taufte. Dahinter versteckte sich ein vollautomatisches Medienrückgabe- und Transportsystem hinter Glas, das die sieben Stockwerke durchzieht. Diese Achterbahn ermöglicht es, dass alle Medien Tag und Nacht zurückgegeben werden können und sie dann, ohne jeglichen Aufwand für die Mitarbeiter, in unzähligen kleinen, auf einem Band laufenden Wägelchen auf ihr angestammtes Stockwerk transportiert werden.

Aber es wurde nicht nur gestaunt, sondern auch gearbeitet. Denn in beiden Bibliotheken recherchierten die Schüler nach passenden Büchern für ihre jeweilige Projektarbeit, die sie dann dank ihres neuen Bibliotheksausweises ausliehen. Am Ende der Exkursion wogen die Schultaschen der Teilnehmer also schwer. Dafür steht einer fundierten Projektarbeit nun nichts mehr im Wege. Spannend bleibt nur noch, wie viel von der literarischen Beute wohl tatsächlich gelesen oder unaufgeschlagen zurückgebracht wird. Aber wer weiß, vielleicht ist der ein oder andere BKWI-Schüler an diesem Tag dem Bann der Büchertempel erlegen und wird von nun an zum Bibliotheksstammgast oder zur Leseratte.

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