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Der Spanisch-Kurs der ASS auf Sprachreise in Malaga

Wo könnte man eine Fremdsprache besser lernen als vor Ort im Heimatland dieser Sprache, im Kontakt mit den Einheimischen und unterrichtet von muttersprachlichen Lehrern? Deshalb machten wir, 20 motivierte Schüler aus Frau Meissners Spanisch-Kurs, das andalusische Málaga während der Herbstferien zu unserer neuen Heimat. Gemeinsamer Urlaub? Pustekuchen! Vielmehr drückten wir dort freiwillig eine Woche lang die Schulbank einer lokalen Sprachschule und tauchten tief in die spanische Kultur ein.
Startschuss für unsere große Sprachreise war der 28.10.2018, früh morgens am Flughafen Stuttgart. Zur Überraschung und großen Freude unserer Lehrerin Frau Meissner waren wir alle pünktlich. Aber hindernislos reisen ist nur etwas für Anfänger: deshalb hatte ein Schüler ausgerechnet einen Tag vor unserer Abreise sein Portmonee mitsamt seinem Personalausweis verloren, ohne den fliegen nunmal problematisch ist. Wie gut, dass die Bundespolizei am Flughafen sich tatsächlich als unser Freund und Helfer erwies und kurzfristig einen Ersatzreiseausweis ausstellte. Spätestens nach diesem Adrenalinstoß waren wir alle wach und stiegen erleichtert ins Flugzeug. 2 ½ Stunden später kamen wir in Málaga an, wo jeder Teilnehmer seine jeweilige Gastfamilie kennenlernte, bei der er die nächsten sieben Tage leben durfte. Nach unsem ersten spanischen Mittagessen gewannen wir bei einer Stadtführung einen ersten Eindruck von unserer neuen Heimat.

Der nächste Morgen begann mit einem Einstufungstest in der Sprachschule, um unser jeweiliges Sprachniveau zu überprüfen. Trotz stolzer sechs Wochen Spanisch-Unterricht bei Frau Meissner fiel uns der Test doch ein wenig schwer. Aber Erholung war nicht weit. Denn während die spanischen Lehrer den Rotstift schwingen mussten und ihren schweren Test hoffentlich bitterlich bereuten, warteten wir an einem angenehmen Ort: dem Strand Málagas.

Eingeteilt in unsere neuen Leistungsgruppen von jeweils ca. 10 Schülern aus verschiedenen Ländern verbrachten wir die kommenden Vormittage zwischen 9 und 13 Uhr allerdings in der Sprachschule. Die ersten zwei Stunden bestanden stets aus Grammatik- und Wortschatzübungen, gefolgt von sprachlichen Rollenspielen, bei denen wir z.B. spanische Schuh- oder Obstverkäufer mimten. In der letzten Unterrichtsstunde redeten wir meist über aktuelle Themen – natürlich auf spanisch. Donnerstagvormittag stand die Anwendung unsere neuen Sprachkenntnisse auf dem Stundenplan, indem wir am Strand Einheimische über ihre Heimatstadt befragten. Dabei erfuhren wir manch interessante Lebensgeschichte und lernten die beeindruckende Gastfreundlichkeit und Offenheit der Malagueños kennen, die so weit ging, dass einige von uns sogar in ein Haus der Befragten eingeladen wurden. Nach Schulschluss wartete in den jeweiligen Gastfamilien ein leckeres einheimisches Mittagessen auf uns.
Montagmittag lernten wir eine mindestens ebenso wichtige Seite der spanischen Kultur kennen: tanzen. Genauer gesagt „Bachata“, angeleitet von unserem Tanzlehrer Carlos. Neben den richtigen Tanzschritten brachte er uns auch bei, wie man sich richtig „spanisch“ bewegt: nämlich „sensual“, also sinnlich. Nicht zu verwechseln mit „sexual“ ;-) .

Wenn uns nicht gerade der spanische Starkregen einen Strich durch die Rechnung machte, widmeten wir unsere Nachmittage andalusischen Sehenswürdigkeiten. Beispielweise besichtigten wir das Kunstmuseum „Centro de Arte Contemporáneo“ und die „Alcazaba“, Málagas Verteidigungsfestung, die einst von den arabischen Siedlern gegen ihre jüdischen und christlichen Gegner errichtet wurde. Unseren einzigen freien Nachmittag ohne Programm nutzen wir ebenfalls sinnvoll: für Powershopping auf der „Calle Larios“, einer Straße mit vielen kleinen Läden, vergleichbar mit der Stuttgarter Königsstraße. Nach unseren Tüten verlangten aber schließlich auch unsere Mägen gefüllt zu werden. Daher trafen wir uns am Montagabend alle am Plaza de la Constitución, um gemeinsam ein typisch spanisches Gericht zu genießen: Pizza. 
Auch an den anderen Abenden ging es meist gemeinsam ins Zentrum Málagas, wo wir durch die Gassen flanierten, die Verkleidungen einheimischer Halloweenbegeisterter bewunderten und den ein oder anderen „Orangensaft“ genossen. Aber was wäre Spanien ohne den Besuch einer typischen Tapas Bar? Pflichtbewusst, wie wir nunmal sind, überprüften wir diesen Teil der spanischen Kultur sehr intensiv. Das heißt, wir schlemmten uns einmal quer durch die Speisekarte von Albónidgas über Patatas Bravas und Ensaladilla Rusa bis zu Croquetas. Bis spät in die Nacht genossen wir „la vida nocturna malagueña“ und nutzen unsere Sprachkenntnisse, um einige junge Spanier kennenzulernen. Über unseren regelmäßigen Besuch durfte sich unsere Stammkneipe „Sala Premier“ freuen, die uns durch ihr Motto „Serien und Kinostars“ und ihre Inneneinrichtung überzeugte. Getreu dem Motto „Hoch die Hände, Wochenende“ ließen wir dort manchen Abend ausklingen.

Aber kein Auslandsaufenthalt ohne Arztbesuch! Das nahmen wir uns zu Herzen und nutzten den spanischen Feiertag, um Málagas Notaufnahme kennenzulernen. Während die mäßig freundliche Begrüßung am Empfang und die lange Wartezeit noch mit Deutschland vergleichbar waren, erwiesen sich die spanischen Ärzte als sehr zuvorkommend und fragten alles fünf Mal nach. Selbstverständlich hatte dies nichts mit unseren Spanisch-Kenntnissen zu tun! Als wir dann am Empfang nach der nächsten offenen Apotheke fragten, brach sogleich eine lebhafte Diskussion unter den wartenden Patienten aus, da uns alle helfen wollten. Die Apotheke selbst erwies sich dann als Paradies für jeden kranken Schnäppchenjäger, denn die Medikamente waren beeindruckend billig, weil ihr Preis vom spanischen Staat statt von den Firmen festgelegt wird. Auch der Arztbesuch selbst war überraschend günstig: wir mussten, obwohl wir keine Versicherungskarte bei uns hatten, nichts für die ausgiebige Untersuchung bezahlen.

Am Freitag neigte sich unsere spanische Schulzeit ihrem Ende zu. Zum Abschied wurden für uns zwei riesige Pfannen mit „Paella“ vor der Sprachschule zubereitet und wir verabschiedeten uns herzlich von den anderen Sprachschülern. „El Sábado“ bildete den Abschluss und Höhepunkt unserer Sprachreise. Denn diesen letzten Tag verbrachten wir im wunderschönen Granada, wo wir die „Alhambra“ besichtigten, das berühmte Weltkulturerbe im maurischen Stil. Und auch Petrus beschenkte uns zum Abschied und ließ an unseren letzten beiden Tagen über uns die andalusische Sonne lachen.

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