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Die beste Fußball-Schulmannschaft Baden-Württembergs kommt aus Nürtingen

Sensationell hat das Fußballteam der Albert-Schäffle-Schule (ASS) zum ersten Mal in der Schulgeschichte das Landesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ gewonnen. 

„Fußball ist mehr als ein Spiel. Es ist eine Schule fürs Leben“. Dieses Zitat bringt auf den Punkt, dass Jugendliche beim Fußball nicht nur dem runden Leder hinterherjagen, sondern grundlegende gesellschaftliche Werte lernen, wie Teamgeist, Einsatzfreude, Fairness und Freude am Wettbewerb. Der weltweit größte sportliche Wettbewerb zwischen Schulen ist „Jugend trainiert für Olympia“. Die Albert-Schäffle-Schule ging dabei in der Sportart Fußball wie jedes Schuljahr mit einem Jungen-Team im „Wettkampf I - Berufliche Schulen“ an den Start. Neben uns traten insgesamt 60 Schulmannschaften bei diesem Wettkampf in Baden-Württemberg an.

Während bei den vorangegangenen Teilnahmen trotz ansprechender Leistungen meist auf Kreis- oder Bezirksebene Schluss war, schaffte unser Schulteam dieses Mal den Sprung nach Stuttgart. Das dortige Turnier des Regierungspräsidiums Stuttgart fand vor einer inspirierenden Kulisse statt - direkt an der MHP-Arena des VfB Stuttgart.

Dort warteten vier Gruppengegner. Gegen sie schickten wir das wohl jüngstes Turnierteam auf den Rasen, da das Matheabitur dem Einsatz unserer erfahrenen Spieler aus dem Abiturjahrgang im Weg stand. Die ersten beiden Spiele gingen unentschieden aus, so dass unsere Jungs im letzten Gruppenspiel gegen die Crailsheimer bereits unter Druck standen. Nur ein Sieg konnte die frühe Heimreise verhindern. Ein fulminanter Freistoßtreffer von Amar Jundi in der letzten Spielminute sicherte den umjubelten Halbfinaleinzug. Dort wartete ein Kontrahent, der es in sich hatte: die Stuttgarter "von Cotta-Schule" – ihres Zeichens mehrfacher Landessieger und Eliteschule des Fußballs, mit der jahrelang der VfB Stuttgart bei seinen Jugendspielern kooperiert hatte. Aber die Defensive unserer Nürtinger Underdogs hielt stand und der Topfavorit wurde im Elfmeterschießen mit 5:4 aus dem Turnier gekegelt. Im Endspiel wartete das Team aus Aalen, gegen die es Coach und Sportlehrer Jürgen Kürsammer noch einmal mit einer defensivorientierten Taktik versuchte. Erneut ging es ins Elfmeterschießen, wo auf Samuel Grötzinger, den Nürtinger Elfer-Killer, Verlass war. Am Ende stand ein 4:3 für die ASS auf der Anzeigetafel. Damit war der erste Teil der Sensation perfekt und die Albert-Schäffle-Schule durfte sich als beste Schulmannschaft rund um Stuttgart fühlen. (Genauere Spielberichte kannst du hier lesen: Der Weg zum Landesfinale)

Aber die Nürtinger Erfolgsgeschichte war damit noch nicht zu Ende. Einige Wochen später brach unsere Schulmannschaft auf ins badische Schwetzingen zum Landesfinale für ganz Baden-Württemberg gegen die Sieger aus den Regierungspräsidien Tübingen, Freiburg und Karlsruhe. Verstärkung erhielt unser Coach Jürgen Kürsammer von seinem Kollegen Jürgen Ullrich, so dass diesmal ein Trainerduo an unserer Seitenlinie stand. Gespielt wurde im Modus jeder gegen jeden. Gleich im ersten Spiel gelang unserer Mannschaft erneut eine faustdicke Überraschung: Der Turnierfavorit aus Ravensburg, in dessen Reihen mehrere hochklassige Vereinsspieler auf dem Platz standen, wurde mit 1:0 besiegt. Gegen diesen spielstarken Gegner glänzte unsere Mannschaft wieder durch ihre stabile Defensive und entschied das Spiel durch einen frühen Elfmetertreffer. Ehrlicherweise kam uns dabei auch zugute, dass die Anfahrt der Gegner sich staubedingt über sechs Stunden hinzog, so dass die Ravensburger direkt aus dem Bus auf den Platz mussten.

Danach ging es gegen die Schulmannschaft aus dem südbadischen Singen. Dieses Spiel entwickelte sich zum wilden Schlagabtausch, bei dem unsere Jungs zweimal in Führung gingen, beide Male prompt den Ausgleich kassierten, aber dann durch einen Treffer wenige Minuten vor dem Schlusspfiff das Spiel endgültig mit 3:2 für uns entschieden.

Die Ausgangsposition vor dem letzten Turnierspiel war nun mehr als günstig. Denn uns reichte bereits ein Unentschieden gegen den Gastgeber aus Schwetzingen, der seinerseits schon ausgeschieden war. Auf dem Platz entwickelte sich deshalb ein ergebnisorientiertes Match mit wenigen Torchancen, das unsere Mannschaft schließlich durch ein herrliches Kontertor mit 1:0 für sich entschied. Manch ein Kiebitz älteren Semesters mag sich bei dem Spiel zwar an die legendäre „Schande von Gijon“ erinnert gefühlt haben, als 1982 die Nationalmannschaften von Deutschland und Österreich einen ähnlichen Nichtangriffspakt eingingen, aber unterm Strich stand der dritte Sieg im dritten Spiel. Damit war die Sensation perfekt. Unter großem Jubel ging der Titel des Landessiegers bei "Jugend trainiert für Olympia" verdient an die ASS, womit wir nun die beste Fußball-Schulmannschaft zwischen Bodensee und Schwarzwald stellen.

Dieser Erfolg ist tatsächlich mehr als eine Überraschung, sondern kommt einer sportlichen Sensation gleich, denn in der über 150jährigen Geschichte unserer Schule konnte zuvor noch keine Schulmannschaft diesen Titel gewinnen, auch nicht Jahrgänge, in denen spätere Bundesligaspieler wie Christian Gentner, Thomas Bradric oder Andreas Müller an der ASS unterrichtet wurden. Vor allem ging unsere Mannschaft dieses Schuljahr eindeutig als Underdog ins Rennen und schalteten dennoch eine Eliteschule des Fußballs sowie mehrere hochkarätig besetzte Konkurrenten aus, während wir selbst teilweise mit sehr jungen Spielern aufliefen, die aber als Team funktionierten. 

Zurück auf dem Säer, wurde unsere Mannschaft dann von der Schulleitung geehrt und von der gesamten Schulgemeinschaft im Foyer des Schulhauses ausgiebig gefeiert. Jeder Spieler und Trainer bekam eine Medaille überreicht und badete im Applaus aller Mitschüler und Lehrer. An dieser Stelle möchten wir noch einmal allen Spielern sowie unseren beiden Trainern Jürgen Kürsammer und Jürgen Ullrich ganz herzlich gratulieren. Vielen Dank für euren Einsatz für die ASS! Ein goldener Pokal ziert künftig den Eingangsbereich der Schule und hält die Erinnerung an diese sportliche Sensation wach und verdeutlicht auch künftigen Schülergenerationen auf dem Säer, dass Fußball mehr ist als ein Spiel.

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