"München ist eine Stadt, die in ihrer Architektur, Kunst und Kultur die Vielschichtigkeit des menschlichen Geistes widerspiegelt. Es ist ein Ort, an dem man nicht nur ästhetische Schönheit, sondern auch tiefe Bedeutung und Sinnhaftigkeit entdecken kann." So beschrieb einst der große Philosoph Friedrich Nietzsche die bayrische Landeshauptstadt. Von dieser Vielschichtigkeit wollten wir, die damalige WGJ1C, Bekanntschaft machen. Unsere Vorfreude auf die Studienfahrt nach München hätte also kaum größer sein können. Wir waren bereit, eine unvergessliche Reise mit Herrn Scheller und Herrn Kesselring, voller lustiger Momente und vielleicht auch ein paar kulturellen Einsichten zu erleben. Aber vor allem waren wir bereit für eine Woche voller bayrischer Gastfreundschaft und der besten Biere, die die Stadt zu bieten hat.
Als wir am Morgen des 20.06.2022 zur Abreise bereitstanden, war die Szenerie ein bisschen, wie ein surrealer Traum: Einige hatten Koffer, die aussahen, als ob sie für eine Weltreise gepackt worden wären, während andere nur ein kleines Handgepäck bei sich trugen. Angekommen in München, freuten wir uns auf die Erkundung der bayerischen Hauptstadt. Nachdem wir uns durch eine Stadtrally gekämpft und unser Wissen über München zur Schau gestellt hatten, wurden wir von einem lokalen Guide empfangen. Mit ihm hatten wir das Glück eines Stadtführers, der die perfekte Mischung aus Humor und Fachwissen mitbrachte und vor allem nicht aufhören konnte, über die Lebensqualität Münchens zu schwärmen. Da wir ihm während der Stadtführung eine Reihe von spektakulären Fakten über München präsentierten, die wir zuvor in der Stadtrally aufgesogen hatten, dachte er offenbar, er habe es mit einer Gruppe von brennenden München-Kennern zu tun.
Am zweiten Tag bekamen wir eine Führung durch das KZ Dachau, die uns tief bewegt und sensibilisiert hat. Wir konnten die Geschichte hautnah erleben und uns bewusst machen, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, um aus ihr lernen. Den Abend ließen wir an der Isar ausklingen. Es war wie eine Szene aus einem idyllischen bayerischen Film: Wir ließen uns am Ufer der Isar treiben und genossen ein Picknick, bei dem es an nichts fehlte - außer vielleicht an ein paar mehr Bierflaschen.
Am dritten Tag besuchten wir die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo wir eine Führung über die Widerstandsgruppe "Weiße Rose" bekamen. Durch die bewegende und informative Führung erfuhren wir mehr über die Geschichte der Gruppe und deren jungen Mitgliedern, die sich während des Zweiten Weltkriegs gegen das nationalsozialistische Regime engagierten. Am Mittag begaben wir uns auf eine kunstvolle Zeitreise in der Alten Pinakothek und waren von der Schönheit der ausgestellten Werke überwältigt. Wir tauchten in die faszinierende Kunstgeschichte ein und konnten gar nicht genug von den Meisterwerken Rubens, Rembrandts und Dürers bekommen. Es war, als ob deren Farben und Pinselstriche vor unseren Augen zum Leben erweckt wurden und uns in eine andere Welt entführten. Am Abend spielten wir „Werwolf“ an der Isar und Herr Scheller stellte alle anderen Meister der Täuschung in den Schatten. Denn er überzeugte uns alle davon, dass er kein Werwolf sei - bis wir plötzlich bemerkten, dass er der Einzige war, der alle Nächte überlebte und uns immer noch anlachte.
Am nächsten Morgen besuchten wir das renommierte ökonomische IFO-Institut und erhielten einen exklusiven Einblick in dessen Arbeit. Es war interessant für uns zu erfahren, wie das Institut wirtschaftliche Entwicklungen analysiert, Vorhersagen trifft und wie viel Arbeit hinter den Wirtschaftsdaten steckt, die wir oft in den Nachrichten hören. Nach einem herzhaften bayrischen Abendessen in einem authentischen Wirtshaus entdeckten wir auf dem Nachhauseweg eine Gruppe, die Karaoke sang. Spontan schlossen wir uns ihnen an und hatten eine Menge Spaß dabei, zu ABBA-Klassikern zu singen und zu tanzen. Herr Kesselring gab sogar eine beeindruckende Performance von "Dancing Queen" zum Besten.
Auch unsere Rückfahrt war ein spannendes und erlebnisreiches Abenteuer: Wir mussten in Ulm umsteigen und rennend zum Anschlusszug eilen, aber zum Glück sorgten unsere Lehrer dafür, dass alle sicher und wohlbehalten zu Hause ankamen. Ein riesiges Dankeschön an Herrn Scheller und Kesselring für die beste und unvergessliche Studienfahrt aller Zeiten! Wir hatten so viel Spaß und haben durch Sie die Vielschichtigkeit Münchens kennenlernen dürfen.
Aileen und Melina Jahn