Infoveranstaltung zum Thema Organspende

Am Dienstag, 20. März versammelten sich rund 400 Schülerinnen und Schüler in der Schulaula zur diesjährigen Infoveranstaltung zum Thema Organspende, um von den zu diesem Anlass eingeladenen Referenten informiert zu werden, Rückfragen zu stellen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Als Referenten waren da: Herr Dr. Carl-Ludwig Fischer-Fröhlich aus Tübingen, welcher als Facharzt für Chirurgie DSO-Koordinator ist, Herr Torsten Klein, der selber ein von Organspende Betroffener ist und bereits seit ca. dreißig Jahren mit einer gespendeten Leber lebt, und Herr Nikolaus Fischer-Romer, der als Pastoralreferent und Klinikseelsorger am Klinikum in Bad-Cannstatt arbeitet und ethisch-theologische sowie seelsorgliche Aspekte einbrachte.

Nach der Begrüßung und einer thematischen Einführung durch Herrn Klehr – er organisiert als Religionslehrer und Schulseelsorger diese Veranstaltung – folgte ein Vortrag durch Dr. Fischer-Fröhlich, welcher einen Überblick zu medizinischen und rechtlichen Aspekten der Thematik gab. Hierauf folgte ein kurzer Beitrag einer Fernsehsendung, woraufhin Herr Fischer-Romer bedenkenswerte Aspekte zu dieser auch gesellschaftlich-politisch kontrovers diskutierten Thematik einbrachte. Und schließlich erzählte Torsten Klein von seinen Erfahrungen, die er als existentiell von Organspende betroffene Person gemacht hat. Im Anschluss an die Vorträge bestand die Gelegenheit zu Rückfragen durch das Auditorium. Bei allen offenen und beim Phänomen des Todes letztlich auch offen bleibenden Fragen wurde jedoch klar, dass es zum einen sinnvoll und wichtig ist, selber eine eigenständige Entscheidung zu treffen und diese – z.B. in einem Organspendeausweis – zu dokumentieren, so dass die Angehörigen nicht einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt sind, zum anderen, dass eine Spendenbereitschaft ein Akt der Nächstenliebe sein kann, jedoch die jeweils persönliche Entscheidung des Einzelnen gänzlich frei ist und deshalb Respekt verdient.

Die Organspende-Infoveranstaltung wendet sich an die gesamte Schulgemeinschaft und wird bereits seit über zwölf Jahren an der Albert-Schäffle-Schule durchgeführt. In der Regel nehmen die Klassen ein mal während ihrer Schul-Laufbahn auf dem Säer daran teil. Dabei soll für das Thema sensibilisiert und darüber informiert werden. Bei der Thematik „Organspende“ geht es darum, sich mit Themen, denen man im Leben gerne ausweicht, auseinanderzusetzen: Krankheit – Sterben – Tod. Es geht aber auch darum, den Horizont zu weiten und sich mit einer eventuellen eigenen Notlage oder der anderer Menschen zu beschäftigen, sich zu informieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Und schließlich bietet das Thema die Chance, sich den Wert der eigenen Gesundheit und des Lebens überhaupt bewusst zu machen und zu überlegen, wie man mit diesem hohen Gut umgeht. Im Religions- sowie im Ethikunterricht wurde die Informationsveranstaltung vor- und nachbereitet. Zudem fand sowohl davor als auch danach eine anonyme Umfrage in den betroffenen Klassen statt, um eine Rückmeldung zu der Informationsveranstaltung zu erhalten. Es ist zu hoffen, dass die Veranstaltung förderlich ist zur persönlichen Auseinandersetzung und das Treffen einer eigenen Entscheidung.

Hintergrund (Quelle: DSO): Bundesweit befinden sich mehr als 10.000 Patienten auf der Warteliste für eine Transplantation, doch sterben täglich statistisch gesehen drei von ihnen an der Krankheit, weil für sie nicht rechtzeitig ein passendes Organ verfügbar ist. Laut Umfragen stehen zwar die meisten Bundesbürger der Organspende positiv gegenüber, doch haben nur etwa 35 Prozent ihre Entscheidung in einem Organspendeausweis festgehalten, so dass in den Krankenhäusern in neun von zehn Fällen die Angehörigen über eine Organspende entscheiden – dies ist sehr belastend in einer ohnehin schon schwierigen Situation.

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