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Wettstreit moderner Dichter - Poetry Slam an der ASS

Die WGJ2A veranstaltete Anfang des Jahres einen klasseninternen Poetry Slam, der die Schüler dazu inspirierte, sich in kreativer Form mit Sprache und Literatur auseinanderzusetzen.
Poetry Slam ist ein literarischer Wettbewerb, bei dem Jedermann mit seinen selbstgeschriebenen Texten gegen andere Künstler antreten kann. Oftmals spricht man auch von einem modernen Dichterwettstreit. Das Thema der Texte kann in den meisten Fällen frei gewählt werden, oft handeln die Texte aber von alltäglichen Situationen oder selbst Erlebtem. Stilistisch gibt es bei diesem Veranstaltungsformat keine Vorgaben oder Grenzen. Um schlussendlich den Sieger zu ermitteln agiert das Publikum als Jury. Die Abstimmung erfolgt dann entweder mittels Applaus oder durch zufällig im Publikum verteilte Punktetafeln.

Club Atmosphäre

Anstoß für diesen selbstinszenierten Slam bot eine zuvor gehaltene GFS, die mit einem Besuch des Grandmaster Poetry Slam Jahresfinale abgerundet wurde. Die Gewinner des vergangenen Slamjahres wurden zu einem letzten Duell eingeladen, bei dem sie um einen Startplatz bei den 23. Deutschsprachigen Meisterschaften 2020 kämpfen sollten. Neben humorvollen, interessanten und tiefgründigen Texten wurde der Abend von einem musikalischen Beat-Box-Freestyle Duo begleitet. Die Stimmung war durch und durch abwechslungsreich, mal wurde es ernst, mal lustig und dann wieder melancholisch. Die Künstler ernteten dementsprechend etlichen Applaus und der Abend war ein voller Erfolg.
Aber Poetry Slam geht auch im Klassenzimmer. Denn wir wurden durch die Slammer dazu inspiriert, selbst ein Poetry Slam Battle zu veranstalten, Herr Schweiker nicht ausgeschlossen. Es hieß also Schüler versus Lehrer! In Kleingruppen war unsere Kreativität gefragt, um Poetry Slams für die Vorrunde zu schreiben. Wie beim Besuch des Stuttgarter Jahresfinales hatten auch wir einen Showmoderator und lustige Poetry Slams als Pausengag. Unsere Texte waren breit gefächert – von Witz und Leichtigkeit bis hin zu tiefgründigen Fragen über das Leben.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Herrn Schweiker und zwei Schülerinnen bot uns Zuschauern ein spannendes Finale. Herr Schweiker, der uns gestand, seinen Text am Wickeltisch seiner Tochter geschrieben zu haben, gestaltete seinen Auftritt dementsprechend enthusiastisch. Trotzdem ergriff uns der Text („Bildung“) der beiden Schülerinnen etwas mehr, was zu ihrem Sieg führte. Das Poetry Slam Battle der WGJ2A gewannen somit die Schüler. Der kurze Ausflug in die eigene Kreativität war für uns eine erfrischende Abwechslung zum normalen Deutschunterricht und bleibt allen positiv in Erinnerung.

Hier der Gewinnertext von Fatima Hummel und Nora Giesl:

Bildung

Man lernt, wie Vektoren im Raum zueinanderstehen, anstatt zu lernen,
mit anderen würdig umzugehen,

diskutiert die Ursache sowie den Verlauf von früheren Kriegen,
während in diesem Moment woanders Bomben fliegen.

Wir lernen, wie der Welthandel funktioniert,
aber in Bangladesch bleiben selbst Kinder durch Ausbeutung schikaniert.

Methoden der Gentechnik sorgen in der Zukunft für die Ernährung der Welt,
während eine Familie in Mali hier und jetzt keine Nahrung erhält

In BWL lehrt man uns, wie man am besten effizient im Ausland produziert,
weshalb in diesen Ländern die Wirtschaft vor sich hinvegetiert.

Man philosophiert über die Philosophie von Philosophen wie Kant,
anstatt anderen zu reichen tatsächlich die Hand.

Sporttheorie lehrt uns ausgewogene Ernährung sowie Bewegung,
doch da: schon wieder ein neuer KFC in der Umgebung.

Nun sitzen wir hier, formulieren Gedichte als Kritik,
anstatt zu lernen,
wie man ändert die Politik.

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