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Schreiben will gelernt sein –
Story telling-Seminar der Eingangsklassen im WG an der HfWU

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Wie werden wir zukünftig leben, wohnen und arbeiten? Diese spannende Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung an der Nürtinger Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU), an der alle Eingangsklassen des Wirtschaftsgymnasiums der ASS am 27. September 2018 teilnahmen.

Der Veranstaltungstitel „More future - erzähl mir deine Zukunft“ deutete bereits an, worum es an diesem Vormittag in einem großen Hörsaal der HfWU ging: den ca. 100 jungen Gymnasiasten das methodische Handwerkszeug dafür zu vermitteln und sie dazu zu motivieren, ihre individuellen Visionen der künftigen Wohn- und Arbeitsverhältnisse zu Papier zu bringen. Im Gegensatz zu ihren sonstigen Aufsätzen, die nur den Deutsch-Lehrer beglücken, haben diese Essays allerdings die Chance auf ein breites Publikum. Denn die gelungensten Exemplare werden für die Internationale Bauausstellung 2027 nutzbar gemacht. In diesem Rahmen werden die Texte am 8. November in der Nürtinger Kreuzkirche öffentlich vorgetragen und mit dem Intendanten der IBA, dem Schweizer Architekten Andreas Hofer, diskutiert. Denn dessen Ziel ist es schließlich, eine architektonische und städtebauliche Vision für die Region Stuttgart zu entwickeln. Und wer wäre von dieser künftigen Architektur mehr betroffen als die heutigen Jugendlichen?  

Aber schreiben will gelernt sein. Deshalb wurden die Schüler an diesem Vormittag von Dr. Rainer Nübel methodisch geschult, der als Hochschuldozent dieses know how normalerweise an Studenten vermittelt oder in seinem Beruf als Journalist beim „Stern“ und als Buchautor selbst unter Beweis stellt. In dessen story telling-Seminar ging es dabei zunächst um die Frage, was eine gute Recherche ausmacht. „Voraussetzung ist, dass ihr neugierig seid und möglichst viele Fragen stellt“, betonte Dr. Nübel vor seinen jungen Zuhörern. Allerdings schärfte er ihnen im nächsten Atemzug ein, dass „Wikipedia keine zitierfähige Quelle ist“, und verdeutlichte dies mit der Episode, als vor einigen Jahren zahlreiche Journalisten einen Phantasie-Vornamen des damaligen Ministers zu Guttenberg in ihren Artikeln veröffentlichten, weil sie Wikipedia blind vertraut hatten. „Seriöse und vertrauenswürdige Quellen“ seien laut Dr. Nübel also mindestens ebenso wichtig, wie „verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen, die Informationen kritisch auf Wertigkeit und Relevanz zu überprüfen und nicht nur Momentaufnahmen, sondern auch Entwicklungen eines Themas in den Blick zu nehmen“.

Eine Herausforderung stellt für Jugendliche erfahrungsgemäß dar, wie man Wissen sinnvoll strukturiert und wie man einen Text schlüssig aufbaut. Auch deshalb legte der Hochschuldozent hierauf den zweiten Schwerpunkt seines Seminars und stellte deduktive wie induktive Verfahren vor. Da alle Theorie bekanntlich grau ist, durften die Schüler ihre Strukturierungsfähigkeit sogleich unter Beweis stellen, indem sie Lebensbereiche festlegten, die in ihren Augen künftig von erheblichen Veränderungen betroffen sind: Wohnen, Medizin, Bildung und Freizeit. Für jede dieser Kategorien sammelten die jungen Gäste vom Säer dann Zukunftsvisionen. 

Als Beispiel und Orientierung las Nübel abschließend zwei beeindruckende Schüleressays vor, die sich mit der Zukunft der Natur und der Angst vor der eigenen Zukunft auseinandersetzen.

Nun haben die Jugendlichen der ASS selbst die Chance ihre eigenen Antworten auf die Frage zu geben, wie wir in der Welt von morgen leben werden. Nicht zuletzt ermöglichte das Seminar den Schülern einen Einblick in die Welt der Hochschule und sorgte dafür, dass sie ihr Handwerkszeug im Recherchieren, Strukturieren und Schreiben verbessern können.

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