Die Studienfahrt der WGJ1B nach Paris

Was haben Josephine Baker, Namika, Taylor Swift und die WGJ1B gemeinsam? Sie alle können ein Lied davon singen, wie schön Paris ist. Nach langer Planung konnten die Schülerinnen und Schüler endlich mit den namhaften Sängerinnen gleichziehen und besuchten im Juli 2025 die Stadt der Liebe. Und auch wenn bisher noch kein bekannter Song darüber erschienen ist, soll doch zumindest in diesem Reisebericht Zeugnis davon abgelegt werden.

Ziel der Reise war es, so viel wie möglich von Paris zu sehen und dabei Bildung, Kultur und Spaß möglichst gut miteinander zu verbinden, um das Erlebnis für uns alle so schön wie möglich zu gestalten.

Neben vielen festen Programmpunkten gab es auch viel Freizeit für uns. Unser Lieblingsfortbewegungsmittel war dabei die Metro, mit der man wirklich überall hinkonnte. Sich mit der Metro auseinanderzusetzen war einerseits anstrengend, aber anderseits, vor allem wenn wir damit abends durch Paris fuhren, merkten wir, dass die Stadt nie schläft. Einige Stationen versprühten den Charme der Nürtinger Bahnhofsunterführung, während andere fast wie Museen aussahen. Die Metro war also für mich ein wesentlicher Bestandteil der Reise, da wir damit die Stadt selbständig erkunden konnten.

In den fünf Tagen erlebten wir so viel, dass es mir schwerfällt, alles zu beschreiben. Das Wetter war rückblickend eher schlecht, aber das habe ich eigentlich schon ganz vergessen, da es von den vielen positiven Erlebnissen übertüncht wurde. Aber zurück zum Anfang. Von Stuttgart nahmen wir die Direktverbindung mit dem ICE nach Paris. Die Fahrt war lang, aber angenehm. Von Paris Est ging es nach einem ersten Ankunftsfoto direkt weiter mit der Metrolinie 1 ins Hotel Meininger im 12. Arrondissement, wo erst einmal auspacken angesagt war.

Richtig angekommen sind wir allerdings erst so richtig, als wir am ersten Abend einen Spaziergang durch das Viertel Montmartre machten und schließlich rechtzeitig zum Sonnenuntergang an der Sacré-Cœur ankamen. Während vor uns talentierte Straßenmusikanten internationale Hits zum Besten gaben und für die akustische Rahmung sorgten, saßen wir entspannt auf der ikonischen Außentreppe und aßen die Snacks aus dem supermarché, tranken französischen Wein und genossen die fantastische Aussicht auf Paris.

Der nächste Morgen begann mit einem Frühstücksbuffet, das uns Energie für unsere allererste Attraktion, die Stadtführung durch Paris, gab. Am Hotel de ville trafen wir Hedwig Rilov, unserer Stadtführerin. Sie lebt seit 35 Jahren in Paris und verkörperte in ihrem Habitus exemplarisch den bourgeouisen Lebensstil der Pariser Boheme. Ihr Wissen über die Stadtgeschichte und ihre markanten Orte bereicherte uns und bot uns eine gründliche Einführung. Von kulturellen bis hin zu geschichtlichen Informationen, war alles dabei. Anschließend hatten wir einige Stunden Freizeit, die zum Mittagessen verwendet wurden. Am Nachmittag trafen wir uns unweit des Eiffelturmes für eine gemeinsame Bootsfahrt auf der Seine und hatten Glück, dass das Wetter mitspielte. Die Perspektive vom Wasser aus ermöglichte einen ganz neuen Blick auf viele ikonische Bauwerke wie den Grand Palais, das Musee d’Orsay, den Louvre und Notre Dame.

Am nächsten Morgen wurde die Hauptattraktion besucht, der Eiffelturm, den wir am vorherigen Tag von der Seine aus schon bewundert hatten. Zügig ging es nach dem Frühstück mit der Metro in Richtung Innenstadt, da wir ein festes Zeitfenster gebucht hatten, wobei wir uns trotz Eile den spektakulären Anblick des Turms vom Trocadero aus nicht entgehen ließen. Rechtzeitig kamen wir an, jedoch erwies sich am zweiten Sicherheitscheck Herrn Schweikers Taschenmesser als Problem. Nun hieß es wegwerfen oder unten bleiben. Doch unser Lehrer fand einen dritten Weg aus diesem Dilemma und folgte der Klasse mit wenig Verspätung, so dass wir alle nun das wohl bekannteste Wahrzeichen der Stadt von Nahem bestaunen konnten. Der zehnminütige Aufstieg über die Treppen war ein Workout für sich, aber es lohnte sich. Oben erwartete uns ein fantastischer Rundumblick über die Dächer von Paris, den wir gemeinsam mit ca. 10000 anderen Touristen eifrig auf unseren Smartphones festhielten.

Anschließend konnten wir wieder einige Stunden frei Paris entdecken, bis der nächste Programmpunkt anstand – ein Museumsbesuch. Hierzu hatte die Klasse zwei Wahlmöglichkeiten: Während die erste Gruppe die Mona Lisa im Louvre sehen durfte, bestaunte die zweite die legendären Kleider Christian Diors im Dior-Museum. Meine Gruppe traf sich beim wahrscheinlich berühmtesten Museum der Welt, dem Louvre, an der ikonischen Pyramide von I.M. Pei. Leider mussten wir zunächst ziemlich lange auf drei Verspätete warten, doch die Geschichte, wie es zur Verspätung kam, entschädigte uns für die Warterei: Nick hatte tatsächlich sein Smartphone auf dem Eiffelturm liegen lassen, was ihm erst nach dem Mittagessen aufgefallen war. Daher war er, im Beisein seiner treuen Begleiter Nils und Noah noch einmal zurückgefahren, hatte beim Aufgang den Sachverhalt erklärt und als er gerade gehen wollte, tauchte zufällig ein Sicherheitsmitarbeiter auf, der sein Smartphone in der Hand hielt. Hier geschahen also noch Wunder! Nachdem alle im Louvre angekommen waren, bekamen wir Nintendo-Konsolen, um uns im riesigen Gebäude, welches selbst schon ein Kunstwerk für sich ist, zu orientieren. In den heiligen Hallen der größten Kunstsammlung Europas ging es zu wie am Bahnhof; unfassbare Menschenmassen drängen sich durch diesen wunderschönen ehemaligen Königspalast, der einige der bedeutendsten Kunstschätze der Welt beherbergt. Der Andrang vor der Mona Lisa war so groß, wie sonst nur bei einem Taylor-Swift-Konzert. Daher warfen wir nur aus der Entfernung einen Blick darauf. Wir bestaunten das riesige Gemälde „Die Freiheit führt das Volk“ von Eugène Delacroix sowie die zauberhafte „Nike von Samothrake“ in einem der Treppenhäuser, ließen uns treiben und verließen zwei Stunden später das Gebäude über eine luxuriöse Einkaufspassage. Bevor wir zum Hotel zurückfahren, gönnten wir uns mit Herrn Schweiker noch ein Kaltgetränk und eine Pizza in einer kleinen Brasserie am Seineufer.

Nach den Kunstwerken im Louvre stand am nächsten Tag schon das nächste Highlight auf dem Plan - das Schloss Versailles. Schon der erste Blick auf das Schloss und die Gärten war beeindruckend. Alles wirkte so riesig und prächtig und der Gedanke, dass hier früher der Sonnenkönig und seine Adligen wandelten, ging mir nicht aus dem Kopf. Der Garten beeindruckte mich am meisten, vor allem wegen der Art, wie er gestaltet war: Statuen, Brunnen, Alleen – wie ein zauberhaftes Labyrinth. Auch das eigentliche Schloss war noch größer als ich es mir vorgestellt hatte. Die Flure waren mit Königsgemälden geschmückt, und die Zimmer waren noch mit originalen Möbeln ausgestattet. Und als Höhepunkt wartete dann der berühmte Spiegelsaal, in dem nach dem 1. Weltkrieg der berüchtigte Versailler Friedensvertrag unterschrieben wurde. Unser persönlicher Schlossführer Herr Nagler konnte viele historische Hintergründe der Schlossanlage vermitteln und den Aufenthalt mit einigen Anekdoten über ihre Bewohner bereichern, wie z.B. dass die Adeligen zur Zeit des Sonnenkönigs in den Ecken und Treppenhäusern des prächtigen Schlosses gerne ihre Geschäft verrichteten, da es an sanitären Einrichtungen mangelte, weshalb es in Versailles laut Zeitzeugen penetrant stank. Auch weil dieses Geruchsproblem heute nicht mehr bestand, fand ich den Besuch im Schloss wirklich beeindruckend. Bereichert fuhren wir am Nachmittag zurück zum Hotel, wo wir auf die kleine Gruppe trafen, die parallel zum Versailles-Besuch das Musee d’Orsay sowie das Kaufhaus Lafayette besucht hatte. Auch den letzten Abend verbrachten wir auf eigene Faust, wobei noch einmal eifrig Fotos vor dem Eiffelturm geschossen wurden, einige das Nachtleben der Stadt ausgekosteten und dabei ausprobierten, wie gut die jungen Pariserinnen eigentlich küssen.

Der letzte Tag begann mit Kofferpacken. Danach wurde die Klasse wieder mal in zwei Gruppen geteilt. Die erste Gruppe ging in die „Sainte Chapelle“, die königliche Kapelle, die für ihre einzigartige Fenstergestaltung berühmt ist. Die zweite Gruppe begab sich in die „Galerie des Lumières“ zu einer Lichtinstallation über Van Gogh. Die Galerie des Lumières war schon direkt beim Eingang atemberaubend; zuerst wurde ein kurzer Film zu japanischen Edo-Zeiten gezeigt, doch der hauptsächliche Teil war der von Van Gogh. Seine Lebensgeschichte wurde mithilfe seiner Werke auf die Wände projiziert. Mit der passenden Musik im Hintergrund fühlte man sich, als wäre man dabei in Trance. In dieser Atmosphäre konnte man richtig in die Welt des Künstlers eintauchen. Beim Verlassen des riesigen Studios fühlte es sich an, als käme man aus einem Kinosaal.

Zum perfekten Ausklang traf sich die gesamte Klasse wieder im Hotel, um die Koffer abzuholen. Und dann ging es im TGV zurück Richtung Deutschland. Der Großteil der Klasse schlief im Zug, was ein gutes Zeichen war. Einzig Herr Nagler musste nochmal kurz schwitzen, da er an der Grenze nach Deutschland für einen illegalen Einwanderer oder Schmuggler gehalten wurde und zu unserem Vergnügen den Grenzbeamten als Einziger im Abteil seinen Ausweis und sein Gepäck präsentieren musste.

Fazit: Die Studienfahrt nach Paris war ein voller Erfolg und eine unvergessliche Erfahrung. Oft saßen wir erschöpft in unseren Zimmern und überlegten, ob wir nicht einfach die Nacht im Hostel bleiben und schlafen sollten, doch wir alle wussten, dass das keine Option war. Schlaf konnte während unseres Aufenthalts nur als völlig überschätzt gelten. Ich kann mich noch daran erinnern, komplett müde am Morgen aufstehen zu müssen, nur um von Herrn Schweiker einen Link zu einem Guten-Morgen-Song auf Talk zugeschickt zu bekommen.

Die fest geplanten Aktivitäten waren super, aber am meisten gefielen mir die Abende, die wir Schüler frei gestalten konnten. Es war alles spontan, aber am schönsten war es, ganz simpel in der Abendstimmung am Eiffelturm zu sitzen und ihn glitzern zu sehen.

Und sobald wir wieder einmal ausgeschlafen haben, werden wir vielleicht ein Lied darüber singen.

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