Das Sozialprojekt im Berufskolleg - drei Erfahrungsberichte

Zu Besuch im Altersheim – Eine Zeit, die in Erinnerung bleibt

Mit 17 Jahren schon ins betreute Wohnen? Diese Erfahrung durfte ich im Rahmen des Sozialprojekts der ASS machen. Denn ich verbrachte gemeinsam mit einer Klassenkameradin mehrere Nachmittage im Altersheim beziehungsweise im betreuten Wohnen im Nürtinger Kroatenhof. Vor Beginn meines Einsatzes hatte ich noch die Befürchtung, dass ich vielleicht nicht wüsste, was ich sagen oder fragen soll. Ich hatte Angst, dass Gespräche stocken könnten oder es unangenehme Stille gibt. Doch diese Sorgen waren völlig unbegründet.

Denn schon beim Ankommen wurden wir jedes Mal freundlich empfangen und über den Tagesplan informiert. Mal besuchten wir Bewohnerinnen und Bewohner auf ihren Zimmern, unterhielten uns mit ihnen oder spielten gemeinsam Gesellschaftsspiele. Jede zweite Woche fand ein Kreativnachmittag statt, den wir mitgestalten durften. Dort bastelten wir, malten Mandalas aus, gestalteten Weihnachtsdeko und schmückten sogar den Eingangsbereich des Kroatenhofs. Besonders schön war die Weihnachtszeit: Gemeinsam mit der Kreativgruppe, der Leitung und den Bewohnern, insgesamt etwa zehn Personen, tranken wir Tee und aßen Plätzchen. Diese gemütliche Stimmung bleibt mir bis heute in Erinnerung.

Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Angestellten waren sehr freundlich, offen und herzlich. Schnell entwickelten sich interessante Gespräche und ich merkte, wie dankbar viele dafür waren, einfach jemanden zum Reden zu haben. Am schönsten fand ich die Momente, in denen uns die älteren Menschen Geschichten aus ihrer Kindheit und Jugend erzählten. Manche berichteten vom Zweiten Weltkrieg oder von schweren Zeiten in ihrem Leben. Besonders beeindruckend war es, wenn sie alte Fotos zeigten und dabei richtig aufblühten. Ein Highlight war für mich, als meine Klassenkameradin und ich von einer Bewohnerin zu Kaffee und Kuchen eingeladen wurden. Ihre Freundin, die sie schon seit der Kindheit kennt, war ebenfalls dabei. Es war berührend zu sehen, wie lange eine Freundschaft halten kann.

Natürlich waren manche Gespräche traurig, zum Beispiel wenn Bewohner von verstorbenen Eltern, Geschwistern oder sogar eigenen Kindern erzählten. Doch auch diese Momente gehörten dazu und zeigten mir, wie viel Lebenserfahrung und Stärke in diesen Menschen steckt.

Aus dieser Zeit nehme ich vor allem mit, wie wichtig Aufmerksamkeit und Zuhören sind. Viele ältere Menschen fühlen sich allein und freuen sich über jede Form von Gesellschaft. Außerdem habe ich gelernt, die eigene Zeit bewusster zu nutzen. Auf die Frage, was sie der jungen Generation raten würden, sagten viele: „Sei fleißig, reise, gehe raus, erlebe viel, faulenze nicht und mache was aus deinem Leben, denn die Zeit vergeht schneller als man denkt“. Für meine Zukunft hat mir dieses Projekt gezeigt, wie wertvoll soziale Arbeit ist. Ich habe mich im Altersheim sehr wohlgefühlt und würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden. Es war eine schöne, lehrreiche Zeit, die mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Nora Ahmeti, Klasse BK1C

Mein Aufenthalt im Dr.-Vöhringer-Heim - Ein Projekt, das Spuren hinterlässt

„Jeder möchte lange leben, aber keiner will alt werden“. Dieses Sprichwort trifft bestimmt auch auf manch einen Bewohner von Altersheimen zu. Im Schuljahr 25/26 hatte ich die Chance, in einem solchen Seniorenheim, dem Dr.-Vöhringer-Heim in Nürtingen, ein Schulhalbjahr lang mitzuarbeiten. Jeden Montag Nachmittag von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr war ich vor Ort und konnte so einige dieser Bewohner kennenlernen.

Das Ziel dieses sozialen Projektes war es, mit den Bewohnern im Alltag mitzugehen, sie zu unterhalten und mit ihnen Zeit zu verbringen. Die Nachmittage begannen üblicherweise damit, dass ich mich zunächst vorstellte und mich danach zu den Bewohnern setzte, um mit ihnen Kuchen zu essen und Gespräche zu führen. Einige erzählten aus ihrer Vergangenheit, über ihre frühere Arbeit, ihre Familie oder über besondere Erlebnisse aus ihrer Jugend. Dabei merkte ich schnell, wie sehr sich die Senioren über meinen Besuch und die Aufmerksamkeit freuten. Zudem spielten wir Spiele, darunter Gesellschaftsspiele und kleine Gedächtnisübungen. Dabei wurde viel gelacht und es herrschte eine entspannte Stimmung.

Vor dem Besuch hatte ich noch ein wenig die Befürchtung gehabt, dass es schwierig sein könnte, mit den älteren Menschen ins Gespräch zu kommen oder dass die Atmosphäre eher traurig und ruhig sei. Aber das hat sich überhaupt nicht bewahrheitet. Ganz im Gegenteil zeigten sich viele Bewohner kontakt- und gesprächsfreudig. Und schließlich bekommt man nicht alltäglich die Chance eines so intensiven Einblicks in den Alltag der Senioren. Aus den Gespräche mit ihnen habe ich bis heute viel für mich mitgenommen. Bemerkenswert fand ich auch die Erzählungen der Pfleger, die uns erklärten, wie man mit den Bewohnern umgeht oder in welchem Zustand sie sich befinden. Mein schönste Erlebnis war wohl die Unterhaltung mit einer älteren Frau. Denn sie hat mir sehr viel über ihr Leben erzählt und mir dabei persönliche Dinge anvertraut. Es war ein sehr emotionales Gespräch ihrerseits und hat mir gleichzeitig wichtige Impulse für mein künftiges Leben gegeben.

Das Projekt verdeutlichte mir, wie wichtig Gesundheit ist und wie sehr man sie wertschätzen sollte. Denn es gab in dem Heim Menschen, die ständig auf Hilfe angewiesen waren, zum Beispiel wenn sie sich nicht mehr bewegen oder reden konnten. Außerdem hat mir der Aufenthalt im Altenheim gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit Menschen auszutauschen, insbesondere mit älteren. Denn diese haben reichlich Erfahrungen im Leben gesammelt und konnten mir wertvolle Tipps für mein künftiges Leben mitgeben und einige echt spannende Geschichten aus ihrer Jugend erzählen. Kein Zweifel, wenn ich noch einmal die Chance hätte, würde ich deshalb erneut ins Altenheim gehen.

Fabian Kraupa, Klasse BK1C

Mein Praktikum im Seniorenheim – Viel mehr als nur ein Projekt

Ein halbes Jahr im Seniorenheim verbringen? Diese Aussicht machte mich ehrlich gesagt etwas unsicher. Aber das Los im Rahmen unseres Sozialprojekts ließ mir keine andere Wahl. So durfte ich jeden Montagmittag im Dr.-Vöhringer-Heim in Nürtingen mitarbeiten. Schon nach dem ersten Nachmittag wusste ich, meine Unsicherheit und meine Sorge, es könne langweilig werden, waren völlig unbegründet.

Denn tatsächlich erwiesen sich unsere Nachmittage als überraschend abwechslungsreich. Oft spielten wir gemeinsam mit den Bewohnern, wobei "Stadt, Land, Fluss" oder "Mensch ärgere dich nicht" besonders beliebt waren. Für gute Stimmung sorgte stets ein Quiz. Doch nicht nur das Spielen machte die Zeit besonders. Wir gingen gemeinsam spazieren oder saßen einfach zusammen und unterhielten uns. Dabei erzählten die Bewohner viele Geschichten aus ihrem Leben. Ihnen zuzuhören und einen kleinen Einblick in ihre Vergangenheit zu bekommen, war wirklich spannend.

Die Atmosphäre im Altenheim habe ich als sehr angenehm erlebt. Die Zeit war entspannt und gleichzeitig gab es viele lustige Momente. Dass so viel gelacht wurde, hat mich wohl am meisten überrascht. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war ein ganz einfacher, aber sehr schöner Moment: Eine ältere Dame fragte mich, ob ich mit ihr spielen möchte. Als ich ihre Freude sah, wurde mir klar, wie viel solche kleinen Gesten bedeuten können. Ihr Lächeln hat mich wirklich berührt.

Diese Erfahrung hat mir einiges mitgegeben: Vor allem habe ich gelernt, offener auf Menschen zuzugehen – ganz egal, welches Alter sie haben. Außerdem habe ich gemerkt, wie wertvoll neue Erfahrungen sein können, selbst wenn man anfangs Zweifel hat. Es war so schön zu sehen, wie glücklich die Bewohner durch unsere gemeinsamen Aktivitäten wurden. Die Gespräche, die Geschichten und das, was ich persönlich daraus mitnehmen konnte, werde ich nie vergessen.

Laura Magg, Klasse BK1C

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