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Climate Stories - Die Klimakrise aus erster Hand

Schülerinnen und Schüler der ASS unterhalten sich mit Jurastudent Louis aus Uganda über die dortige Klimakrise

Ja, 2023 war das wärmste Jahr seit Messbeginn in Deutschland und der Welt. Ja, große Ölkonzerne verhindern geschickt, dass effektiver gegen die Verbrennung fossiler Energien, die maßgeblich für eben diese Erwärmung sind, vorgegangen wird - was u.a. auf der letztjährigen Klimakonferenz in Dubai deutlich wurde. Doch was kann unsere Schule dagegen unternehmen? Was ist unser Beitrag?

Der Klimawandel ist nun schon seit einigen Jahren in den Bildungsplänen angekommen und wir befassen uns in vielen Fächern mit den Auswirkungen unseres Handelns auf den Planeten. Befragt man unsere Schüler zum Thema, so haben viele gute Grundkenntnisse und auch individuelle Maßnahmen kennen sie zuhauf. Einigen Schülern geht die Aufklärungsarbeit mittlerweile sogar zu weit und sie können das Thema nicht mehr hören. Sie haben keine Lust mehr, einen Sachtext zu studieren oder ein emotionalisierendes Video zu sehen. Um diesem Verdruss vorzubeugen, bietet sich ein Projekt besonders an: Climate Stories.

Die gemeinnützige Organisation, welche u.a. vom Land Baden-Württemberg finanziert wird, ermöglicht es Schülern direkt mit betroffenen jungen Menschen – sogenannten Klimazeugen – aus Ländern des globalen Südens digital zu kommunizieren und so aus erster Hand zu erfahren, welche Auswirkungen die Klimakrise schon heute vor Ort hat. Auch der Englischkurs von Frau Nagel und der Global Studies-Kurs von Herrn Kesselring der Jahrgangsstufe 1 und 2 des Wirtschaftsgymnasiums nahmen am Projekt teil. Unsere Schüler konnten jeweils für etwa 50 Minuten mit Jurastudent Louis aus Uganda sprechen. Louis stellte zunächst seine Situation anhand einer kurzen Präsentation vor. So erfuhren wir, dass Uganda in der Nähe des Äquators liegt und die Auswirkungen des Klimawandels daher deutlich stärker spürt als wir. Extreme Wetterereignisse sind an der Tagesordnung und führen dazu, dass die Dürreperioden des Sommers und die damit einhergehende Erosion der Böden immer mehr zunehmen. Gleichzeitig werden die Winter immer nässer, Starkregen führt zu Erdrutschen und zu massiven Überschwemmungen, was die landwirtschaftliche Nutzung der Felder sehr schwierig macht.

Anschließend war Zeit für persönliche Fragen unserer Schüler. Louis warb immer wieder dafür, Unternehmen und Politiker in die Pflicht zu nehmen. Er wies darauf hin, dass es in seinem Land viel schwieriger sei, etwa Politiker zu kontaktieren oder Unternehmen durch eine Social Media-Kampagne unter Druck zu setzen und wir daher eine besondere Verantwortung hätten. Auf die Frage, was er von Protestformen wie den Klimaklebern halte, stellte er gekonnt die Rückfrage, ob wir lieber von einem Klimaprotest oder von einer Überschwemmung auf dem Weg in die Schule abgehalten werden wollten und rückte somit unsere Probleme in ein neues Licht. 

Mit Aussagen wie „every cloud has a silver lining“ (in jeder Wolke gibt es auch einen Lichtblick) und dem Bekenntnis, dass er nicht auswandern werde, um den extremen Verhältnissen zu entfliehen, da der Aktivismus in Uganda nicht aufhören dürfe, stellte er abschließend seinen Optimismus und Mut unter Beweis.

Unsere Climate Story mit Louis war ein voller Erfolg. Louis, vielen Dank für deinen Optimismus und die wertvollen neuen Perspektiven.

Mehr Informationen zu Climate Stories gibt es hier:

https://www.climate-stories.de/

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