BWL-Unterricht mal anders: Der Wirtschaftskurs unserer Abiturienten von Frau Hall tauchte tief ein in die Welt des Geldes: es ging zur Bundesbank und ins Geldmuseum nach Frankfurt am Main.
Dank eines gelungenen Bewerbungsvideos beim Wettbewerb „Schülerinnen und Schüler treffen den Bundesbankpräsidenten“ wurde unser internationaler Zug des Wirtschaftsgymnasiums ausgewählt, um die Bundesbank-Vizepräsidentin Dr. Sabine Mauderer zu treffen und ihr ausgewählte Fragen zu stellen. Gemeinsam mit ungefähr 50 anderen Schülern aus ganz Deutschland genossen sie an diesem 12. Dezember einen exklusiven Einblick in die Arbeit der deutschen Zentralbank bei der Hauptverwaltung im Herzen der Frankfurter City. Und so ging es für früh morgens mit dem ICE in die Finanzhauptstadt Deutschlands. Wie groß die Vorfreude auf diese Exkursion war, verriet bereits das Outfit unserer Abiturienten, die sich allesamt mit ganz viel Stil in Schale geworfen hatten. Das Ziel der Exkursion beschrieb Initiatorin und BWL-Lehrerin Stephanie Hall wie folgt: „Damit die Schülerinnen und Schüler hautnah erleben können, wo, wie und von wem die Entscheidungen getroffen werden, welche den Geldverkehr und somit die gesamte Wirtschaft betreffen.“
In der Hauptverwaltung angekommen, nahm sich die Bundesbank-Vizepräsidentin Zeit für eine persönliche Gesprächsrunde. Und die Schüler ergriffen diese Gelegenheit für viele Fragen: „Wie steht die Bundebank denn zu Krypto-Assets? Wie ist Ihre Meinung zu Stablecoins? Wie nutzt die Bundesbank mittlerweile KI? Wie kann man es beim Jobeinstieg zur Zentralbank schaffen? Wird es künftig noch Bargeld in Deutschland geben oder wie wichtig ist es, dass zeitnah der digitale Euro kommt? Wie kommt man eigentlich in so eine bedeutende Position und wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Dabei machte Frau Dr. Mauderer den jungen Besuchern Mut und inspirierte gerade die jungen Teilnehmerinnen: „Es ist nicht entscheidend, wo ihr startet, um etwas Bedeutendes zu erreichen. Viel wichtiger sind der persönliche Einsatz und euer Mut, die sich bietenden Chancen auch zu ergreifen. In Deutschland ist sehr viel möglich, auch wenn man nicht aus einer reichen Akademikerfamilie kommt. (…) Es liegt an euch!"
Nach ausgiebiger kulinarischer Verköstigung ging es per Shuttlebus ins Geldmuseum. Anhand vieler anschaulicher Exponate und interaktiver Stationen wurde das Geld dort zum echten Erlebnis. Dabei lernten unsere Schüler Geld in all seinen historischen Formen kennen, bestaunten antike Münzen und seltene Geldscheine und probierten aus, wie schwer ein Goldbarren ist. Es gab viel zu sehen rund um die Herstellung und das Design von Bargeld und den Umgang mit Falschgeld. Auch die Ursachen und Folgen von Inflation wurden veranschaulicht sowie die Rolle der Zentralbank als Hüterin der Geldwertstabilität mit all ihren Instrumenten dargestellt.
Natürlich nutzten die Abiturienten auch die Gelegenheit, um Frankfurt unsicher zu machen: Sei es ein morgendlicher Rundgang und Kaffee in der imposanten Goethe-Universität, ein Abstecher zum Bullen und Bären vor der deutschen Börse oder der Blick auf die nächtliche Skyline vom eisernen Steg aus. Außerdem besichtigten die Schüler die Paulskirche, wo einst das erste deutsche Parlament tagte. Nicht entgehen lassen konnten sich die Gruppe selbstredend den Weihnachtsmarkt am Frankfurter Römer. Und auch der nächtliche Ausblick von der Dachterrasse des MainTowers hinunter auf das glitzernde Mainhatten durfte nicht fehlen. Geht mehr Frankfurt an einem Tag? Und kann BWL und VWL mehr Spaß machen?
Kein Wunder, dass die Bilanz von Stephanie Hall rundum positiv ausfiel: „Das war heute ein kleiner aber unheimlich spannender Einblick in das Machtzentrum, wo und wie Entscheidungen der Geldpolitik getroffen werden. Besonders beeindruckend war, wie sehr sich Frau Dr. Mauderer für die Schülerinnen und Schüler interessiert hat und wie verständlich, offen und ehrlich sie ihnen Rede und Antwort stand – und sie ermutigt hat, sich auch mal was zu trauen.“ Ähnlich war der Tenor der Abiturienten auf der nächtlichen Rückfahrt im Zug. Todmüde, aber glücklich und voller bleibender Eindrücke, bilanzierten sie: „Endlich mal kein alter weißer Mann, der uns die Welt erklärt“, sondern eine „toughe Frau mit richtig Aura“ und einem „Werdegang, der uns Mut macht.“