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Das Berufskolleg Wirtschaftsinformatik – ein besonderer Bildungsgang

An der ASS werden verschiedene Arten des Berufskollegs angeboten. In vielerlei Hinsicht besonders ist das sog. BKWI.

Wie der Name andeutet, liegt ein zentraler Schwerpunkt dieser zweijährigen Schulart auf dem Fach Wirtschaftsinformatik. Ihr widmet sich die Klasse wöchentlich stolze sechs Stunden. Dabei genießen die Schüler beste Lernbedingungen, da bei diesem Fach in zwei Kleingruppen gearbeitet wird. Außerdem genießt die Klasse das Privileg, nahezu immer in einem EDV-Raum unterrichtet zu werden, wo jeder Schüler einen eigenen PC zur Verfügung hat. In vielen BKWI-Fächern wird dementsprechend auch am PC gearbeitet und weniger mit klassischem Heft- und Tafelaufschrieb. Vermittelt werden in Wirtschaftsinformatik Kenntnisse in Textverarbeitung und Tabellenkalkulation, die durch Projekte und Unternehmensplanspielen vertieft werden. Darüber hinaus lernen BKWI-Schüler unter anderem Softwareengineering mit Java sowie die Grundlagen der Programmierung und Unternehmenspräsentation im Internet. Unterrichtsstoff sind außerdem die Darstellung betrieblicher Geschäftsprozesse mit einer integrierten Unternehmenssoftware und die Abbildung von Prozessketten durch Datenbank-Management-Systeme.

Auf diese Weise werden die Schüler gezielt auf eine Ausbildung in IT-Berufen in der Wirtschaft oder Verwaltung wie Informatikkaufmann, IT-System-Kaufmann oder Fachinformatiker vorbereitet. Wie gut die Vorbereitung auf derartige Ausbildungen ist, zeigt sich daran, dass die Ausbildungsdauer bei BKWI-Absolventen teilweise verkürzt wird.

Neben dem WI-Schwerpunkt kommt im BKWI aber auch die allgemeine Bildung nicht zu kurz. Denn die Ansprüche in den Hauptfächern Deutsch, Mathe, BWL und Englisch entsprechen den anderen Berufskollegs. Zudem besteht im BKWI die Möglichkeit, die Zusatzqualifikation des Wirtschaftsassistenten zu erwerben.

Ein Vorteil besteht auch darin, dass die BKWI-Klasse üblicherweise relativ klein ist, so dass intensiver auf die einzelnen Schüler eingegangen werden und sich eine enge Klassengemeinschaft entwickeln kann. Dazu trägt bei, dass das BKWI im Gegensatz zu den anderen BK-Formen zwei Jahre als feste Klasse zusammenbleibt.

Für ein gutes Klassenklima sorgt nicht zuletzt eine weitere Besonderheit: Die sog. Kennenlerntage. Diese drei Tage in der zweiten Schulwoche verbringen die Schüler des BKWI1 auf einer historischen Ritterburg im Lautertal und lernen sich dort beim gemeinsamen Klettern und Kanadier-Fahren, bei Geschicklichkeits- und Wissenswettkämpfen sowie beim gemeinsamen Kochen so intensiv kennen, dass die Grundlage für eine gute Lernatmosphäre frühzeitig gelegt werden kann.

Alle BKWI-Schüler, die die halbjährige Probezeit meistern und nach zwei Jahren die Abschlussprüfung erfolgreich absolvieren, erwerben die Fachhochschulreife. Dieser Abschluss ermöglicht das Studium an einer Hochschule in BaWü

 

Auf ein solches Hochschulstudium werden die Schüler im BKWI gezielt vorbereitet. Denn im Rahmen des Faches Projektarbeit lernen sie die wichtigsten wissenschaftlichen Arbeitstechniken und wenden diese an, indem sie - wie an der Hochschule - selbständig eine umfangreiche Facharbeit mit wissenschaftlichem Anspruch verfassen. 

Für die Wahl einer passenden Ausbildung erfahren die BKWI-Schüler ebenfalls Unterstützung. Zum einen lernen sie im Fach Projektkompetenz, wie man sich erfolgreich bewirbt. Zum anderen werden sie von einer professionellen Berufsberaterin gezielt informiert und individuell beraten. Außerdem haben sie die Möglichkeit an einem Berufsinformationstag teilzunehmen, bei dem sich regionale Unternehmen an der ASS vorstellen. Nicht zuletzt absolvieren die BKWI-Schüler ein Praktikum, um so erste berufliche Erfahrungen zu sammeln und ihre berufliche Zukunftsentscheidung zu erleichtern.  

Voraussetzung für die Aufnahme ins BKWI ist die Mittlere Reife oder die Versetzung in die Klasse 11 bzw. 10 eines Gymnasiums, je nachdem ob ein neun- oder achtjähriger gymnasialer Bildungsgang absolviert wurde. Zusätzlich muss man im Fach Mathematik mindestens die Note „befriedigend“ vorweisen können. Trotz des Schwerpunkts auf dem Fach Wirtschaftsinformatik sind Informatik-Vorkenntnisse keine zwingende Voraussetzung für eine Anmeldung. Notwendig sind vielmehr ein grundsätzliches Interesse an der Arbeit mit Computern und die Bereitschaft, sich in diesem Bereich zu verbessern.

Gerade für Mädchen, die diese Voraussetzungen mitbringen, kann eine Bewerbung für das BKWI sinnvoll sein, da sie für den späteren Arbeitsmarkt ein Alleinstellungsmerkmal erwerben und dort wenig weibliche Konkurrenz befürchten müssen.